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Bunt, wild und praxisnah - Das Biodiversitätskonzept der Stadt Bad Saulgau

Thomas Lehenherr und Jens Wehner, Umweltbeauftragter und Stadtgärtner i.R., Bad Saulgau

Das Bad Saulgauer Biodiversitätskonzept wurde 1992 von Thomas Lehenherr entwickelt und bestand zunächst aus vier zentralen Säulen:

  1. Naturlehrpfade und Naturwanderwege: Aufbau von Naturlehrpfaden (derzeit zehn) sowie eines rund 100 Kilometer umfassenden Naturwanderwegenetzes.
  2. Gewässerrenaturierung: Renaturierung von bislang rund 15 Kilometern Fließgewässern.
  3. Biotopanlagen: Anlage strukturreicher Biotope mit einer Größe von jeweils ein bis 20 Hektar auf einer Gesamtfläche von rund 100 Hektar.
  4. Umwandlung von Einheitsgrün in artenreiches Grün im Siedlungsraum: Umwandlung von etwa 100 Hektar artenarmen Grünflächen in ökologisch wertvolle, artenreiche Lebensräume.
  5. Im Jahr 2017 wurde das Konzept um eine fünfte Säule erweitert: den NaturThemenPark. Auf einer Fläche von rund 60 Hektar vereint er die bisherigen vier Säulen und ergänzt sie um das Zukunftsthema „Wald im Klimawandel – Wald der Zukunft“.

Alle Maßnahmen dienen zugleich als Bildungs- und Demonstrationsprojekte. Sie werden teilweise wissenschaftlich von der Universität Hohenheim begleitet und sind ausdrücklich als Anregung zur Nachahmung gedacht.

Zahlreiche Auszeichnungen bei nationalen und europäischen Wettbewerben haben das Bad Saulgauer Biodiversitätskonzept zu einem der bekanntesten kommunalen Biodiversitätskonzepte Deutschlands gemacht. Über seine Erfolge wurde vielfach im Fernsehen, in Fachzeitschriften sowie im Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL berichtet.