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Wie passen Wacholderheide, Weidetierhaltung und Wolf zusammen?

Dr. Andre Baumann, Staatssekretär im Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft BW

 

Das Umweltministerium BW hat ein sehr großes Interesse an einer funktionierenden Schafbeweidung und einer zukunftsfähigen Schäferei in Baden-Württemberg. Kalkmagerrasen und Wacholderheiden können in ihrer Artenzusammensetzung nur über eine Schäferei erhalten werden. Die Weidetiere sind Landschaftspfleger, vierbeinige Biotopvernetzungskorridore und schaffen durch Tritt Dynamik in den Heiden. Über die Landschaftspflegerichtlinie (LPR) fördert das Land mit steigenden Finanzmitteln die extensive Beweidung mit Schafen, Ziegen oder Rindern. Diese positive Entwicklung wird durch das Land fortgeführt.

Gleichzeitig handelt es sich beim Wolf um eine streng geschützte Art, die unterschiedlichen völkerrechtlichen und europäischen Rechtsvorschriften unterliegt. Nach der FFH-Richtlinie ist der Wolf europaweit streng geschützt, in Deutschland nach dem BNatschG.

Erfahrungen anderer Länder zeigen, dass die Anzahl an gerissenen Nutztieren entscheidend von der Schutzwirkung der Herdenschutzmaßnahmen und in geringerem Maße von der Größe des Wolfsbestandes abhängt. Das Land hat ein gemeinsames Projekt des Landesschafzuchtverbandes und des NABU zur Erarbeitung von Herdenschutzmaßnahmen von 2015 bis 2017 mit 200.000 Euro gefördert. Darauf aufbauend unterstützt das Land mit 300.000 Euro ein Folgeprojekt.

Innerhalb der Förderkulisse Wolf fördert das Land aktuell die Anschaffung technischer Mittel in der Schaf- und Ziegenhaltung sowie in der Gehegehaltung von Schalenwild. Die Zuwendungen werden als Zuschuss zu 90 % der zuwendungsfähigen Nettokosten gewährt.

Bei einem Schafsriss können Schafhalter/-innen für getöteten Tiere Entschädigung aus dem dafür eingerichteten Ausgleichsfonds beantragen. BUND, LJV, LNV, NABU, ÖJV und Stiftung Euronatur e. V. haben dazu die Trägergemeinschaft „Ausgleichsfonds Wolf“ gegründet. Das Land erstattet dem Fonds 70 % der geleisteten Ausgleichszahlungen.

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