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Stadtgrün sichern und entwickeln für eine nachhaltige und gesunde Stadt

Heiner Baumgarten; BUND Niedersachsen und ehem. Präsident der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz

Bild: BUND Hanna Hoffmann

Immer mehr Menschen entscheiden sich für ein Leben in Städten. Gleichzeitig wird der Klimawandel gerade in Städten die Lebensqualität erheblich beeinflussen, die Lebensbedingungen für Mensch, Tier und Pflanze drastisch verändern.

Was können oder müssen die Städte heute tun, um die Folgen des Klimawandels zu mindern? Was können und müssen sie tun, um ihren Beitrag zur Minderung der Auswirkungen des nicht mehr vermeidbaren Klimawandels zu leisten?

Das Sichern, Entwickeln und Pflegen des Stadtgrüns ist dabei eine wichtige Aufgabe, die mit vergleichsweise geringen (finanziellen und organisatorischen) Mitteln zu bewältigen ist und einen deutlichen Beitrag leisten kann im Arten- und Lebensraumschutz (Biodiversität), zur Minderung von Klima- und Wetterextremen im städtischen Raum (z. B. Sicherung von Retentionsräumen) oder zur Gesunderhaltung der Bewohner (Grün als Gesundheitsprophylaxe und –therapie). Die zentrale Aufgabe „Beseitigung der Ursachen des Klimawandels“ muss die Aufgabe „Minderung der Auswirkungen des nicht mehr vermeidbaren Klimawandels“ an die Seite gestellt werden.

Bei der Bewältigung dieser Aufgabe kommt den Kommunen – insbesondere den großen Städten – eine zentrale Rolle zu. Als bedeutende Mitverursacher des Klimawandels müssen Städte auch die entscheidenden Maßnahmen zur Vermeidung und Verminderung treffen. Was möglich ist und was bereits an positiven Beispielen existiert soll der Vortrag exemplarisch aufzeigen. Dabei wird auf die mögliche Wirkung des im Mai 2017 veröffentlichten „Weißbuch Stadtgrün: Grün in der Stadt – Für eine lebenswerte Zukunft“ eingegangen. Die lokale Umwelt- und Naturschutzarbeit bekommt angesichts der aktuellen bundesweiten Diskussion zum und zu den Konsequenzen aus dem Weißbuch eine neue Bedeutung. Positive Beispiele sollen zeigen, was möglich ist und wo die Partner zu finden sind.

 

Vita
Dipl. Ing. Heiner Baumgarten hat nach einer Gärtnerlehre und mehrjähriger Praxis in Baumschulen und im Garten- und Landschaftsbau an der Universität Hannover Landespflege studiert. Nach Erfahrungen in mehreren Landschaftsarchitekturbüros ging er 1982 zur Umweltbehörde Hamburg, wo er in verschiedenen leitenden Funktionen im Bereich der Landschaftsplanung und Grünordnung tätig war. Von Juli 1998 bis Februar 2007 leitete Heiner Baumgarten das Fachamt Stadtgrün und Erholung und die Abteilung Landschafts- und Grünplanung und war in dieser Funktion für die Entwicklung des Stadtgrüns in Hamburg verantwortlich. In dieser Zeit wurden unter seiner Leitung verschiedene Methoden zur Baumpflege („Hamburger Schnittmethode“), das Straßenbaumkataster, das System der Baumkontrolle (Grundlage der FLL-Richtlinie Baumkontrolle) entwickelt, Grundlagen für eine Kosten-Leistungsrechnung für das öffentliche Grün erarbeitet oder auch Fachprogramme wie „Spielraum Stadt“, „Freiraum und Mobilität für ältere Menschen“ entwickelt und eingeführt.
Von 2007 bis 2014 war er Geschäftsführer der internationalen gartenschau hamburg 2013 gmbh. Von Januar 2015 bis Ende 2016 leitete er die Bereiche Grünflächenpflege/-entwicklung und Friedhöfe im Umweltbetrieb Bremen.
Heiner Baumgarten war 13 Jahre bis 2013 Vorsitzender der Deutschen Gartenamtsleiterkonferenz (GALK) und von 2008 bis 2016 in der Forschungsgesellschaft Landschaftsentwicklung Landschaftsbau Erster Vizepräsident. Seit 2008 ist er Landesvorsitzender des BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) in Niedersachsen.
Heiner Baumgarten hat in Fachbüchern und Fachzeitschriften über 100 Fachbeiträge veröffentlicht.

Vortrag zum Nachlesen hier...