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Auswirkungen der intensiven Landwirtschaft, insbesondere der Insektizide, auf die Bienen

Prof. Dr. Jürgen Tautz, Uni Würzburg

Bild: NABU Kathy Büscher

Die staatenbildenden Honigbienen und die solitärlebenden Wildbienen sind ebenso wie fast sämtliche Insektenarten zunehmend schädigenden Umwelteinflüssen ausgesetzt. Die Probleme, unter denen die Honigbienen leiden, betreffen alle Insekten. So auch die solitären (einzellebenden) Wildbienen, ebenfalls wichtige Bestäuber der Blütenpflanzen. Hier ist der Rückgang der Arten-und Individuenzahl dramatisch.

Für die Honigbienen sind die größten Bedrohungen zum einen der „Neu“-Parasit Varroa-Milbe, an den die europäischen Bienenrassen nicht angepasst sind. Zum anderen sind es Faktoren, die eine aktuell praktizierte Landwirtschaft einbringt. An der Basis stehen immer größer werdende Flächen an Monokulturen mit einem Schwund an Blühpflanzenvielfalt, die sich nachteilig auf die Ernährungslage der Bienen auswirkt. Diese Flächen sind ein Paradies für Schadinsekten, deren Vernichtungswerk mit Insektengiften eingedämmt wird. Die Gifte treffen aber ALLE Insekten, nicht nur die Zielgruppe. Die Mühe einer Erforschung zum Beleg schädigender Giftwirkungen und deren Wirkungsweisen auf Bienen und Insekten ganz allgemein wird zu keiner Überraschung führen.
Was erwartet man von einem gut wirksamen Insektengift? Viel zu wenig wissen wir aber darüber, wie eine Landwirtschaft, anlegt im Einklang mit der Natur und unter Nutzung der natürlichen Möglichkeiten einer Schädlingsbekämpfung und die ausreichend Nahrung für die Menschheit produzieren kann, aussehen sollte. Hier herrscht Forschungsbedarf, um zu zeigen ob und wie nicht nur punktuelle vielversprechende Projekte funktionieren, sondern auch ein Komplettumbau der Art, wie wir unsere Nahrung erzeugen, erfolgreich ist.

Helfen wir den Honig- und den Wildbienen, helfen wir auch allen anderen Insekten, den Vögeln, vielen weiteren und letztlich uns selbst.