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2 Stromfreileitungen: Biotopverletzung oder -vernetzung? (Tagungsraum VHS1, Nebengebäude)

Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz (Annette Reiber / BUND LV BW & Andrea Molkenthin-Keßler / NABU LV BW), Inés Noll (NABU-Stiftung Nationales Naturerbe), Johannes Hacks (Westnetz)

 

 

Bild:  Von der Naturschutzgruppe Main-Wildbach gepflegter Bereich unter einer Freileitung in Freudenberg. Foto: Rudi Link

Stromtrassen können Lebensräume zerschneiden. Besonders wo sie durch Wald geführt werden, können sie zusammenhängende Biotope trennen und zum Teil unüberwindbare Barrieren für verschiedene Tierarten bilden. Denn bei der klassischen Trassenpflege werden Gehölze unter Freileitungen in regelmäßigen Abständen großflächig gefällt und die Flächen werden gemulcht, um zu vermeiden, dass Bäume in die Leitungen stürzen oder hineinwachsen. Andererseits durchzieht das Leitungsnetz die Landschaft und kann bei ökologisch ausgerichteter Pflege einen Beitrag zum Biotopverbund leisten.

Im Seminar werden konkrete Fragen, die sich bei der Entwicklung von Lebensräumen im Bereich von Stromtrassen ergeben, diskutiert – zum Beispiel: Wie sollte ein ökologisches Pflegemanagement einer Stromtrasse aussehen? Welche Lebensräume sind besonders geeignet? Wie können ehrenamtliche Naturschützerinnen und Naturschützer sich vor Ort einbringen? Welche Schwierigkeiten ergeben sich in der Praxis? Wie kann moderne, ökologische Trassenpflege effizient und kostensparend umgesetzt werden?

Auch Flächen der NABU-Stiftung Nationales Naturerbe werden von Leitungstrassen gequert. Inés Noll erarbeitet für diese Naturschutzflächen in einem vom Bundesamt für Naturschutz mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit geförderten Projekt (Laufzeit: 2017 bis 2019) ein Konzept zum ökologischen Trassenmanagement. Sie wird über erste Erfahrungen aus dem noch jungen Projekt berichten.

Johannes Hacks berichtet als einer der Projektpartner der DUH über das Projekt „Mehr Artenvielfalt unter Stromleitungen“, das in Rheinland-Pfalz durchgeführt wurde. Als Mitarbeiter des Verteilnetzbetreibers Westnetz hat er außerdem langjährige Erfahrungen mit Ökologischem Trassenmanagement gesammelt. Anhand einiger Praxisbeispiele wird er zeigen, worauf es bei der praktischen Umsetzung vor Ort ankommt.
Mit diesen Praxistipps wird er überleiten zum Workshopteil des Seminars, bei dem die Seminarteilnehmerinnen und –teilnehmer an einem Beispiel selbst Ideen zur Aufwertung eines Trassenabschnitts entwickeln.

Das vom Ministerium für Umwelt, Klima und Energiewirtschaft Baden-Württemberg geförderte Projekt „Dialogforum Erneuerbare Energien und Naturschutz“ wurde im Juni 2016 um den Schwerpunkt „Verteilnetze“ erweitert. Das Gemeinschaftsprojekt von NABU und BUND zielt auf eine konstruktive Unterstützung der Energiewende in Baden-Württemberg ab.