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Soziale Gerechtigkeit geht nur mit ökologischer Gerechtigkeit

Vortrag Prof. Dr. Kai Niebert, Universität Zürich und Präsident des Deutschen Naturschutzrings (DNR)

 

In Deutschland hat die Einkommensungleichheit in den letzten Jahren signifikant zugenommen: die Anzahl der Geringverdiener und der damit von Armut betroffenen Personen hat sich durch Einkommensrückgänge vergrößert, während die Einkommen der Höchstverdienenden weiter angestiegen sind. Dabei ist festzustellen, dass besonders häufig geringverdienende Menschen mit ihren Familien in sozial benachteiligten Gegenden leben, die vor allem in Städten und Ballungszentren starken Umwelt- und Gesundheitsbelastungen ausgeliefert sind.
Wir müssen daher aufhören, ökologische und soziale Gerechtigkeit nebeneinander zu diskutieren. Es gibt nur eine Gerechtigkeit. Und sobald etwas sozial ungerecht ist, wird es auch umweltungerecht. Denn diese ungleiche Verteilung der Einkommen wirkt sich unmittelbar auf den ökologischen Fußabdruck Deutschlands aus: Je ungleicher die Einkommen verteilt sind, desto größer der ökologische Fußabdruck, wodurch langfristig die Lebensqualität und Zufriedenheit aller beeinträchtigt wird. Wir brauchen mehr Einkommensgerechtigkeit, um eine intakte Umwelt für alle zu bewahren.

Es ist also notwendig, soziale und ökologische Faktoren zusammen zu denken und Gerechtigkeit als zentralen Antrieb für Umweltschutz erkennen.
 

Vita

Prof. Dr. Kai Niebert (Jg. 1979) leitet den Lehrstuhl Didaktik der Naturwissenschaften und der Nachhaltigkeit an der Universität Zürich. Er forscht und lehrt weiterhin als Gastprofessor an der Fakultät Nachhaltigkeit der Leuphana Universität Lüneburg. Der Schwerpunkt seines Wirkens liegt in der Vermittlung verschiedener Aspekte einer nachhaltigen Entwicklung, besonders mit Blick aus der Didaktik der Naturwissenschaften.
Ehrenamtlich engagiert sich Kai Niebert seit über 30 Jahren für Umwelt-, Naturschutz und Nachhaltigkeit. Seit 2011 ist er Stellvertretender Bundesvorsitzender der NaturFreunde und seit 2015 Präsident des Umweltdachverbands Deutscher Naturschutzring (DNR).

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