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Ein Vierteljahrhundert Naturschutz im vereinten Deutschland: Versuch einer Bilanz

Prof. Dr. Hans Dieter Knapp, Mitinitiator des Nationalparkprogramms in den neuen Bundesländern

Neben dem Drang nach Freiheit speiste sich die friedliche Revolution in der DDR im Herbst 1989 auch aus dem Protest gegen Umweltschäden. Auf ehemalige Staatsjagdgebieten und großen Truppenübungsplätzen blieben gleichzeitig große ursprüngliche und naturnahe Landschaften erhalten. Einer kleinen Gruppe von Protagonisten der Naturschutzbewegung der ehemaligen DDR gelang es, diese Landschaften zu schützen. In der letzten Sitzung des Ministerrates der ehemaligen DDR am 12. September 1990 wurde beschlossen, 14 Großgebiete dauerhaft zu sichern. Mit fünf Nationalparken (Vorpommersche Boddenlandschaft, Jasmund, Müritz, Sächsische Schweiz und Hochharz), sechs Biosphärenreservaten (Südost-Rügen, Schorfheide-Chorin, Spreewald, Mittlere Elbe, Rhön und Vessertal) sowie drei Naturparken (Drömling, Schaalsee und Märkische Schweiz) wurden 4,5 % der Fläche der ehemaligen DDR unter Schutz gestellt und in den Einigungsvertrag aufgenommen. Der damalige Bundesumweltminister Klaus Töpfer bezeichnete diese Schutzgebiete als das "Tafelsilber" der deutschen Einheit.

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Prof. Dr. Hans Dieter Knapp
Gebürtig von der Insel Rügen beschäftigte sich Hans Dieter Knapp schon frühzeitig mit Botanik und Naturschutz. Es folgt sein Studium der Biologie an den Universitäten Greifswald und Halle-Wittenberg. 1989/90 galt er als einer der Väter des Nationalparkprogramms der DDR. Er war beteiligt an Aufbau und Leitung der Internationalen Naturschutzakademie Insel Vilm des Bundesamtes für Naturschutz. 2015 kam die Abordnung ans Bundesumweltministerium.
Lehrtätigkeit als Honorarprofessor an der Universität Greifswald, Stellvertr. Vorsitzender der Michael Succow Stiftung zum Schutz der Natur, Autor zahlreicher Schriften zu Pflanzengeographie, Landschaftsökologie und Naturschutz.

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