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18 ALARA- und Vorsorgeprinzip bei Funkstrahlung und Elektrosmog - Grenzwertdiskussion, Alternativen, Schutz und persönliche Vorsorge

Jörn Gutbier, Verbraucherschutzorganisation Diagnose Funk e.V.

 

Raum TG 3b

 

Die Mobilfunktechnologie hat sich in atemberaubenden Geschwindigkeit nahezu flächendeckend ausgebreitet und dringt dabei in sämtliche Lebensräume vor. Wir befinden uns inmitten einer technologischen Revolution. Mensch und Umwelt werden dabei einer ständig steigenden Belastung durch die sog. Nichtionisierende Strahlung ausgesetzt und niemand kann sich dem entziehen.

Industrie und Politik negieren oder verharmlosen die gesicherten Schädigungsnachweise dieser neuen Technologie, so wie sie es schon lange beim Thema Hochspannungstrassen und Magnetfeldbelastungen machen und verstecken sich hinter Grenzwertsetzungen.

Grenzwerte haben hierbei dreierlei Funktion: Sie schützen einen prosperierenden Markt und nicht vor Schäden für Mensch und Umwelt. Sie legitimieren die Untätigkeit von Politik und Justiz und sie sind die Ersatzhaftpflichtversicherung der Hersteller und Betreiber.

Das zwingend anzuwendende Vorsorgegebot der EU wird auf der regulatorischen Ebene vollständig ignoriert. Vorsorge wird zur Privatsache deklariert und die ´Risikokommunikation` – das professionelle wegdiskutieren der offensichtlichsten Risiken – wird zur Hauptaufgabe von Ämtern und Kommissionen.

Was eigentlich zu tun wäre, liegt auf der Hand. Wirksame Schutzvorschriften erlassen, umfangreiche Aufklärung betreiben, vorhandene Minimierungsstrategien umsetzen und neue, gesundheitsverträgliche Technologien zur Marktreife führen.

Wer meint, es ginge hier um eine faktisch nicht umsetzbare Verzichtsdebatte, weil nahezu alle Menschen diese neuen Technologien – nicht selten bis zur totalen Erschöpfung – nutzen wollen, wird überrascht sein, wie sehr wir mit „weniger Schädlichkeit“ sehr viel „mehr Nutzen“ umsetzen können und welche positiven Konsequenzen es hätte, endlich zu handeln – auf der politischen als auch auf der privaten Ebene. Hierüber will ich mit Ihnen diskutieren.

 

Jörn Gutbier ist Freischaffender Architekt und lebt seit 2004 in Herrenberg. Er ist dort für die Grünen im Gemeinderat tätig. Seit 2011 ist er Vorstandsvorsitzender der bundesweit tätigen Umwelt- und Verbraucherschutzorganisation diagnose:funk e.V. und ist Mitglied im Arbeitskreis Immissionschutz des BUND. Er berät Politiker_innen auf Kommunaler-, Landes-, Bundes- und Europaebene in Sachen Elektrosmog und Vorsorge. Er ist 48 Jahre alt.

Ratgeber-Veröffentlichungen:

„Elektrosmog im Alltag“ - Ursachen, Bewertung, Vorsorge
„Kommunale Handlungsfelder“ - Leitfaden zur Mobilfunkversorgung in Kommunen

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