Auszeichnung für Naturschutztage

SPD-Bürgerpreis geht erstmals an eine Institution

Von Andrea Jagode, Radolfzeller Wochenblatt,
22. Februar 2006

Der SPD-Bürgerpreis ging in diesem Jahr an keine Einzelperson, sondern erstmals an eine Veranstaltungsreihe, die es seit 30 Jahren gibt und somit zu einer Institution wurde. Die Rede ist von den Naturschutztagen, die der BUND und der NABU im Wechsel jährlich durchführen.

Ideengeber für das Dreikönigstreffen deutschsprachiger Naturschützer und Umweltinteressierter war der Mögginger Professor Gerhard Thielke. Er erkannte schnell, die vielen Ehrenamtlichen im Naturschutz brauchen eine Möglichkeit zur Weiterbildung und eine Möglichkeit, sich zum geselligen Austausch zu treffen. Damit die Einzelkämpfer in ihren Vereinen vor Ort merken: ich bin nicht alleine.

Was in Gaienhofen mit Unterstützung des damaligen Bürgermeisters Helmut Hensler begann, wechselte als die Gaienhofener Schulen und Hallen für die vielen hundert Teilnehmer zu klein wurden, in den Audimax der Uni Konstanz. Seit 1993, seit es das Tagungs- und Kulturzentrum Milchwerk (TKM) gibt, haben die Naturschutztage in Radolfzell ihre Heimat gefunden. Sie tragen nicht nur zur Bildung und zum Austausch bei, sind Infobörse und Treffpunkt, beziehen politisch Stellung, sondern sie sind auch gut für das Image der Stadt, zog Markus Zähringer, SPD- Ortsvereinsvorsitzender, bei der SPD-Bürgerpreisverleihung am Montag Abend im Bürgersaal Resümee.

Thomas Körner (NABU), Wolfgang Friedrich (BUND) und Siegfried Schuster (NABU) nahmen die Auszeichnung für die Naturschutztage am Bodensee entgegen.

Die Naturschutztage seien von einer kleinen Initiative zu einem "großen Event" geworden. Zähringer lobte das nachhaltige Wirken der Radolfzeller Bürger, deren Namen untrennbar mit den Naturschutztagen verbunden ist. Das sind vom BUND: Professor Gerhard Thielke und Wolfgang Friedrich, Hauptgeschäftsführer des BUND (beide Möggingen) sowie vom NABU: Siegfried Schuster (ehemaliger NABU-Landesvorsitzender) und Thomas Körner, Geschäftsführer der NABU Regionalgeschäftsstelle (beide wohnhaft in Radolfzell).

Zähringer hielt eine Laudatio auf Thielke und Schuster. Beide charakterlich verschieden und für verschiedene Organisationen tätig, seien sie durch ihren "pragmatischen Ansatz und politisches Wirken" ein "Glücksfall" für Radolfzell. Beiden sei das Handeln für den Naturschutz immer wichtiger gewesen als Ämter und Ansehen. Stets wirken sie im "Wettbewerb um die besseren Ideen", Konkurrenz und Neid gebe es da nicht, führte Zähringer aus.

Wolfgang Friedrich freute sich über die erste Anerkennung dieser Art für die Naturschutztage und gab den Dank an die Stadt zurück, die die Durchführung jährlich finanziell und logistisch unterstützt. Siegfried Schuster erinnerte sich in seiner Dankesrede an Gustav Troll, den er sehr geschätzt habe. Mit Troll habe ihn das Faible für die Heimat am Untersee verbunden. Der SPD- Preis wird jährlich in Erinnerung an das Wirken von Gustav Troll und Emilie Schneider verliehen.

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